Unterstützung für Uganda – Frühere OB Margret Mergen engagiert sich für Schulprojekt

Von Ulrich Philipp

Baden-Baden. In die Amtszeit von Oberbürgermeisterin Margret Mergen in Baden-Baden fällt mit dem Jahr 2015 der Beginn der großen Flüchtlingsbewegung nach Europa. Auch in Baden-Baden sind in den Folgejahren immer mehr Menschen aus den Krisengebieten dieser Welt eingetroffen.

Mergen war überzeugt, dass die Stadt etwas tun sollte für die Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen. Sie machte sich auf die Suche nach Projekten oder Orga-nisationen, die Fluchtursachen wirksam bekämpfen. Sie fand schließlich Michaela und Thomas Bleile aus München.

Das Ehepaar plante die Gründung einer Schule in der Region Mityana im knapp 6.000 Kilometer entfernten Ugan-da. Im Jahr 2022 wurde die Schule eröff-net, etwa 170 Kinder und Jugendliche werden hier heute täglich unterrichtet.

80 weitere besuchen den angegliederten Kindergarten. Das Ehepaar Bleile ist derzeit in Baden-Baden, um Sponsoren über die erfreuliche Entwicklung ihres Schulprojektes zu unterrichten, und ver-sucht, weitere Spender zu finden. Begleitet und unterstützt werden sie neben

Mergen auch von den Schulleitern Juli und Ray Aliganyira.

„Durch Bildung gehen Türen auf“, sagt Thomas Bleile im Gespräch mit dieser Redaktion und ergänzt: „Man kann mit der notwendigen Bildung studieren oder einen Job annehmen.“ Jemand, dem das gelingt, der müsse nicht mehr an Flucht denken, um sein Überleben zu sichern, fährt Bleile fort, der in der bayerischen Landeshauptstadt ein IT-Unternehmen betreibt. Sein Engagement ist ehrenamtlich, auch die regelmäßigen Flüge nach Uganda zahlt das Paar aus eigener Tasche.

„Die Kinder dort kommen aus einem Umkreis von etwa zehn Kilometern“, berichtet seine Ehefrau Michaela. Paten bezahlen monatlich 65 Euro für ein Kind und ermöglichen ihm so nicht nur den Zugang zur Bildung. Sie werden auch medizinisch versorgt.

Ex-Oberbürgermeisterin Mergen gänzt: „Die Menschen dort haben nichts, eine Feuerstelle vor der Hütte dient als Küche.“ Das bedeutet: Wer helfen will, müsse auch dafür sorgen, dass die Kinder etwas zu essen bekommen. Denn: „Wer hungrig ist, der kann nicht lernen“,  sagt Mergen. Deshalb erhalten sie zwei hochwertige Mahlzeiten am Tag. Die Kinder, die die Schule besuchen können, haben großes Glück. Die Hälfte der insgesamt etwa 15 Millionen Einwohner Ugandas sind unter 18 Jahre alt, viele Minderjährige sind so gut wie auf sich alleine gestellt. Zwar gibt es kostenlose staatliche Schulen, doch die sind meistens schlecht ausgestattet.

„Und die Primary Schools sind sehr teuer“, ergänzt Thomas Bleile. Mit ihrer aufblühenden Schule in Mityana und immer mehr lachenden und gut ernährten Kindern hat sich auch die Situation der Anwohner deutlich verbessert, berichten die Bleiles. „Hoffnung breitet sich aus“, sagen sie dazu. Dazu trägt auch bei, dass ein neues Internatsgebäude in Kürze fertiggestellt sein wird und bald 300 Kinder aufnehmen kann.